Ohne Luther kein Psycho-Chor

(Klick hier für eine ausführlichere Version)

Es ist Lutherjahr. Man kommt nicht umhin, den 500. Jahrestag der Reformation zu bemerken. Kaum ein historisches Ereignis hat die Welt so verändert wie Luthers Thesenanschlag 1517. Wir vom Psycho-Chor Jena haben einen Chorausflug auf die Wartburg gemacht – und dort traf uns plötzlich die Erkenntnis: Ohne Luther kein Psycho-Chor! Was aber hat Luther mit uns zu tun?

Beginnen wir 1485. In der „Leipziger Teilung“ wird Sachsen zwischen den beiden Herzögen und Brüdern Ernst und Albrecht III. aufgeteilt und spaltet sich in die (nach ihren beiden Regenten benannten) Gebiete der Ernestiner und Albertiner auf. Jena fiel Herzog Ernst zu, also dem Geschlecht der Ernestiner.

1517 löst Luther durch die Verbreitung seiner 95 Thesen den größten religiösen Bruch aus, den die westliche Welt je erlebt hat. Auf der Wartburg in Eisenach übersetzt er innerhalb von nur 11 Wochen das Neue Testament in ein für jeden verständliches Deutsch. Erstmals konnte jeder Bürger das Wort Gottes selbst lesen. Die Spaltung der christlichen Kirche war nicht mehr aufzuhalten.

Das hatte natürlich weitreichende Folgen. Während die albertinischen Gebiete katholisch blieben, wurde das Reich der Ernestiner protestantisch. Kaiser Karl der V., streng katholisch, versuchte mit aller Macht, die Protestanten zu unterwerfen und die Einheit des Glaubens wieder herzustellen. Letztendlich gipfelte die Auseinandersetzung 1547/1548 im Schmalkaldischen Krieg. Der sächsische Kurfürst Johann Friedrich I. aus der ernestinischen Linie ist einer der Verlierer gegen den Kaiser. Mit gebührendem Abstand und nicht ganz neutral können wir heute sagen: Was für ein Glück für uns!

Denn: der „Hanfried“, wie er in Jena liebevoll genannt wird (JoHANn FRIEDrich), verliert Wittenberg samt seiner protestantischen Universität. Um diese zu ersetzen, gründet er 1548 die „Hohe Schule zu Jena“, die 1558 in den Stand einer Universität erhoben wird. Jetzt geht alles ganz schnell: Die Uni entwickelt sich, wird prägender Bestandteil der Stadt Jena und erhält 1934 den Namen „Friedrich-Schiller-Universität“.

490 Jahre nach Luthers Thesenanschlag, 2007, beginnt unsere heutige Flyer- und Plakatdesignerin Carolin Altmann ihr Studium der Psychologie in Jena. Ihr Freund – und unser heutiger Chorleiter Maximilian Lörzer – gründet auf ihre Idee hin einen Chor am Institut für Psychologie und so erblickt im Sommersemester 2011 der „Psycho-Chor der FSU (Friedrich- Schiller- Universität) Jena e.V.“ das Licht der Welt.

Also: Ohne Luther keine Reformation, ohne Reformation kein Schmalkaldischer Krieg, ohne Schmalkaldischen Krieg keine Uni Jena – und ohne Uni Jena auch kein studentischer Psycho-Chor.

Mit anderen Worten: Ohne Luther kein Psycho-Chor Jena!

Psycho-Chor_Wartburg
Psycho-Chor auf der Wartburg – von Luther bis Lörzer
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