Einmal werden wir noch wach…

Tag 2 des Total Vocal Projektes. Noch einmal schlafen, dann treten wir auf. Beziehungweise für die Leser in Deutschland: Heute wird es Zeit, den Livestream anzumachen! Der Countdown zählt unaufhaltsam dem großen Konzert entgegen. Der Kampf „ci-ty“ vs. „ci-dy“ geht weiter. Die Fraktion „ci-ty“ muss ernsthafte Verluste einstecken, doch einzelne Briten stellen sich standhaft dem Ansturm der amerikanischen Aussprache entgegen. Am 25. März ist die Entscheidungsschlacht!

Außerdem gibt es einige organisatorische Ansagen: Keine Wasserflaschen auf der Bühne. Nicht auf der Bühne hinsetzen. Vorm Konzerttag duschen. Wenn man eine rosarot glitzernde Wolke hinter sich herzieht, war es zu viel Parfüm für den Auftritt. Wenn sich die Menschenmenge in der U-Bahn vor einem teilt, wie das rote Meer vor Moses, war es zu wenig Deo. Sich zum Wohle aller vorher nicht den Magen verderben, weil man unbedingt irgendein exotisches Essen fragwürdiger Herkunft ausprobieren will… Woran man eben so alles denken muss, wenn mehr als 250 Leute zeitgleich auf der Bühne stehen.

Nachdem gestern Zeit für die Chöre war, sich gegenseitig zu beschnuppern, darf man heute auch die externen Solisten kennenlernen. Sieben von acht Solist*innen und eine tolle Beatboxerin treffen nach und nach ein, um den Klang zu vervollständigen. Und wie es in Amerika so schön heißt: „It’s amazing!“ So amazing, dass zwischendurch Zeit totgeschlagen werden muss, weil man vor dem Zeitplan ist und noch nicht alle da sind. Also gibt’s eine spontane Aufführung der beiden Sologruppen – der Psycho-Chor ist die eine, die indische a capella Gruppe No Treble die andere. Choreo auf engstem Raum vor ca. 200 anderen Musikern. Immerhin eine gute Gelegenheit, selbige noch einmal zu üben. Da immer noch Zeit übrig ist, beantwortet Deke Sharon noch Publikumsfragen und versucht spontan allen beizubringen, wie man einen „dumpfen Trompetensound“ nachmacht. Mal sehen, ob die Trompetenklänge bei der nächsten Aufführung „Thüringer Klöße“ realistischer sein werden…

Am Ende der Gesamtprobe gibt es noch ein Gruppenfoto mit den Stars – also jenen, deren Foto es auf den Backstagepass geschafft hat –  und eine spontane Autogrammstunde. Diese ist für die Chöre so spontan, dass niemand dafür ausgerüstet ist. Also wird zum Signieren einfach alles gereicht, was nicht niet- und nagelfest ist. Die Pässe für den Veranstaltungsort, Postkarten, Stadtpläne, Reisetagebücher und Dollarnoten… Sogar das letzte Hemd – beziehungsweise Chorshirt – wird hergegeben (siehe Foto). Eine letzte Einzelchorprobe für den Solospot des Psycho-Chores und dann hat man plötzlich früher Schluss als erwartet.

Die freie Zeit wird sinnvoll genutzt. In Manhattan ist man inzwischen gut vernetzt. Zum gestrigen Konzert kamen sogar UN-Mitarbeiter, die uns in der UN auf Grund der Schneeapokalypse nicht sehen konnten. Na gut, einer der Zuschauer war UN-Mitarbeiter. Aber immerhin. Und sein Kind studiert sogar in Jena… Manhattan ist nicht nur ein Dorf wie Jena, es bildet ein Dorf mit Jena. Es wird also Zeit, den Choreinfluss auszudehnen. Für die Weltherrlichkeit. Auf Grund der günstigen Lage des Hostels mitten in Brooklyn wird dieser Stadtteil als nächstes Ziel auserkoren. Aber in jedem Stadtteil die gleiche Strategie anwenden… das ist langweilig. Also geht es nun, statt über prestigeträchtige Orte und Organisationen über die Wirtschaft. Der Psycho-Chor macht sich mit den lokalen Geschäftsbesitzern vertraut. Nachdem die gastronomischen Einrichtungen bereits seit Tagen belagert wurden, ist jetzt ein neues Geschäftsfeld dran: Die Second Hand Läden – dem studentischen Budget entsprechend. Man muss ja realistisch bleiben. Außerdem kann man so das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden: Preisbewusst und der Wegwerfgesellschaft entgegengerichtet. Letzteres kann dem Ziel der Weltherrlichkeit nur zuträglich sein. Besonders in Amerika, wo man teilweise selbst dann Alufolie und Papiertüte zum Burger bekommt, wenn man sich an einen der Ladentische setzen möchte, ist dies durchaus ein hervorstechendes Merkmal. Komm auf unsere Seite, wir verwerten Dinge wieder. Es ist wie die kalorienarme, umweltbewusste Variante von „Komm auf unsere Seite, wir haben Kekse“. (Was nicht heißen soll, dass nicht auch Kekse geboten werden. Kekse sind super und in Chorkreisen reichlich vorhanden.)

Für alle, die sich lieber von Musik als von Keksen oder Wiederverwertung überzeugen lassen, sei der Livestream des Total Vocal Konzertes empfohlen. Einfach gegen 2 Uhr nachmittags (New Yorker Zeit) oder 8 Uhr abends (Deutsche Zeit) auf folgender Webseite vorbeischauen (funktioniert auch ohne Facebookanmeldung): https://de-de.facebook.com/DistinguishedConcertsInternationalNewYork/posts/?ref=page_internal
Dort sollte es dann einen Livestream geben. Wer sich fragt, warum wir gar nicht wieder zu erkennen sind: Einfach geduldig auf die 2. Konzerthälfte warten. Dann beginnt ein lustiges Suchspiel mit Namen „Wo in diesem riesigen Chor stehen die einzelnen Psycho-Chor-Mitglieder?“ Ziel ist es, alle zu finden bevor der Solospot des Chores beginnt. Also nicht trödeln… Wer gewinnt darf sich über gute Augen freuen.

Wir danken unseren Sponsoren, der Friedrich-Schiller-Universität Jena, dem Freistaat Thüringen, dem Studierendenwerk Thüringen, XCEPTANCE, ZEISS, GW und maßalsky für ihre Unterstützung dieser Reise. Ohne sie wäre dieser Auftritt nicht möglich.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s