Walking on sunshine

Das Leben ist bunt! Und deshalb ist es heutzutage modern, wenn in einem Verein viele unterschiedliche Menschen gemeinsam Dinge tun – wie zum Beispiel singen. Aber wie soll man eine individuelle Persönlichkeit unter Beweis stellen, wenn es doch das Ziel ist möglichst homogen zu klingen (einige „spezielle“ Stücke ausgenommen)? Nun, dafür gibt es den Freizeittag. Den kann jeder nach seinen individuellen Vorlieben verleben – zumindest so lange es in den USA legal ist. Wir wollen ja vollzählig zurück nach Deutschland. Sonst wären die teuren Tickets ganz umsonst gebucht worden.

Und schon der Start in den strahlenden Sonnentag beginnt ganz individuell. Da haben wir ein paar Frühaufsteher, die vorm Frühstück schwimmen möchten. Den Teil von ihnen, der wieder umdreht, weil eine verpflichtende Badekappe für 7 $ ihnen für 20 min schwimmen zu teuer ist – man kann ja auch beim Duschen dne Kopf unter Wasser halten, das ist fast das Gleiche. Da hat man Frühaufsteher, die so viel New York sehen wollen, wie es physiologisch nur möglich ist – Schlafen kann man auch in Deutschland. Es gibt etwas entspanntere Leute, die nicht zu früh, aber auch nicht zu spät ins Morgenlicht blinzeln. Eine weitere Fraktion ist vollkommen tiefenentspannt. Ausschlafen ist schließlich auch ein Hobby – für das man ständig trainieren muss. Ein hoher Schlafbedarf ist zwar Katzen und Faultieren in die Wiege gelegt worden, aber der Mensch darf das Training auch im Ausland nicht vernachlässigen. Nicht zu verwechseln ist diese Fraktion mit der Gruppe der geölten Stimmen. Wenn Sopranstimmen sich morgens – bzw. mittags – im Bass wiederfinden… dann war es vielleicht am Abend ein kleines Gläschen zu viel. Aber nur ein ganz kleines. Das immer wieder nachgefüllt wurde. (Disclaimer: Der Wechsel von Sopran- in Bassstimme ist nur beispielhaft erwähnt. Es herrscht keine zuverlässige Statistik darüber, aus welchen Stimmgruppen welcher Anteil temporär in den Bass 2 oder tiefer wechselte und ob es diesbezüglich signifikante Unterschiede gibt. Die Stichprobengröße ist für diese Fragestellung leider etwas klein.)

Und ebenso unterschiedlich wie der Tag beginnt , setzt er sich auch fort. Da gerade Springbreak ist (Semesterferien), ist New York vor allem eines: Noch voller als sonst. Woran das tolle Wetter sicher nicht unschuldig ist. Dieses Gefühl, vor der geöffneten Tür zum U-Bahn-Waggon zu stehen und nicht mehr hineinzupassen… das hat schon etwas besonders. Ob man sich noch mit reinquetscht oder wartet, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: 1. Der eigenen Körperkraft. 2. Der Stärke des Bedürfnisses, eng an fremde Menschen gekuschelt in einer rollenden Sardinenbüchse unter Manhattan entlangzurattern. Laut spontan gegoogelter Presse reichen bereits 20 min knuddeln am Tag, um Wohlbefinden und Gesundheit zu fördern. Warum das Ganze also nicht gleich auf dem Weg nach Manhattan erledigen – das ist sinnvolle genutzte Fahrzeit. Nirgendwo stand, dass man sich vorm Knuddeln kennen (oder gar mögen) muss…

Während ein Teil des Chores also etwas für die mentale und körperliche Gesundheit tut, treiben andere mittels Arbeitsteilung den Masterplan voran. Sie schaffen z. B. Götzenbilder nach dem leicht abgewandelten Ebenbild der Chormitglieder. Da der Großteil des Schnees schon fort ist, werden diesmal Muscheln genutzt, um das Bild eines Schneemannes in den Sand zu bannen – Psycho-Chor-Beutel inklusive. Andere schreiben den Chornamen in den Sand, auf dass alle ihn lesen und erkennen mögen. Und wieder andere treiben die Vernetzung voran und besuchten die Columbia University – als Mitglied der Ivy League kein schlechter Verbündeter.

Aber neben der Arbeit kommt natürlich auch das Vergnügen nicht zu kurz. So werden natürlich auch Gruppenfotos vor der Osterdeko der Stadt gemacht – als Erinnerung. Und weil es gerade so schön ist – gleich noch ein Foto vor der Weihnachtsdeko. Leider wurde keine Halloweendeko gefunden. Wahrscheinlich wurden die Kürbisse von den hiesigen Ratten davongetragen. Entweder fressen diese sie oder nutzen sie als Krafttraining. Schließlich müssen sie im Kampf um Futter gegen die Eichhörnchen bestehen – ein ewig währender Bandenkrieg. Chormitglieder müssen diesem Kampf zum Glück nicht beitreten, sondern können sich selbst Essen kaufen. Zum Beispiel Oreos mit Schokoladenüberzug. Oder Gummibärchen mit Schokoladenüberzug. Oder Gummibärchen mit Zuckerperlenüberzug. Eben alles, was das Belohnungszentrum so mag. Und was dafür sorgt, dass das Gesundheitszentrum verkümmert und weinend in der Ecke liegt. Amerika ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – und ein guter Beweis, warum man nicht alles was man tun kann auch wirklich tun sollte…

Übrigens hat sich das Stativ heute mittels Karma für das ständige Zurücklassen gerächt. Es ist nichts bewiesen, aber auch heute ist es – auf Grund seiner Größe – im Hostel zurück geblieben. Und prompt hat die See versucht den Fotografen zu verschlingen. Zufall? Wer weiß. Dank eines beherzten Sprunges zur Seite belief sich der Schaden zum Glück nur auf eine nasse Socke.

Wir danken unseren Sponsoren der Friedrich-Schiller-Universität Jena, dem Freistaat Thüringen, dem Studierendenwerk Thüringen, XCEPTANCE, ZEISS, GW und maßalsky die uns durch ihre Unterstützung dieses Reise ermöglichen.

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